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Kapitel I
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Dieses Thema hat 0 Antworten
und wurde 298 mal aufgerufen
 # Bündnisse
Blizzard ( Gast )
Beiträge:

10.07.2013 10:32
[ Änderung ] Children of the Moon Zitat · antworten




Es hat sich etwas geändert, das spüre ich. Meins, und das Schicksal vieler Artgenossen wird seine Richtung umschlagen. Wir haben eine neue Bestimmung, eine Aufgabe, eine Mission. Du glaubst mir nicht? Gut, dann werde ich vorne beginnen. Also mach es dir bequem und sei still, damit ich endlich loslegen kann!

I. Teil
Es wirken mit Eine einsame Wölfin; Ein Wunsch nach Zweisamkeit; Der Mond; Ein erzürnter Gefährte
Es tat sich lange vor meiner Geburt, lange vor deiner Geburt und viel länger vor der deiner Eltern, da beschwor eine Wölfin in ihrer Einsamkeit den Mond. Das Rudel ausgerottet, die Heimat zerstört saß sie da und sang. Sie sang Klagelieder. Und sie flehte den Mond an, bis zum Morgengrauen, ihr einen Gefährten zu schicken. Irgendwann hatte der Mond ein einsehen. Doch er verlangte eine Gegenleistung. Er wollte den ersten Sohn der Wölfin als den Seinen. Die Wölfin willigte ein. Und so schickte ihr der Mond einen Rüden, ein Krieger mit dunklem Pelz. Bald schon kam auch der Welpe zur Welt, doch sein Pelz war nicht schwarz, sondern weiß, so weiß wie die Wolken am Himmel. Und seine Augen strahlten in einem sanften Grau. Er war der zu Fleisch gewordene Mond – Femijailuna.
Der Rüde glaubte sich entehrt und in seinem Zorn tötete er die Wölfin. Den Welpen setzte er auf dem Gipfel eines Berges aus. Und wenn der Mond voll war, so sagt man, dann ging es dem Welpen gut, und wenn er traurig war, dann nahm der Mond ab, um ihm eine Wiege zu sein.


Der, mit dem Blick aus Eis. Er wollte mich töten, doch scheinbar hat es etwas in ihm oder etwas an mir geschafft, seinen Wahnsinn zu zügeln. Nun sitzt er nicht wenige Schwanzlängen von mir entfernt und mustert mich. Und ich bin mir sicher, dass er denselben Traum hatte, wie ich. Das spüre ich.
In diesem Traum, von dem ich erzähle, da ist er mir erschienen. Nein, nicht Givaan, sondern er. Femijailuna. Er zeigte mir seine Geschichte, erzählte mir sein Leben. Es war ... atemberaubend.
Denn damals, da war die Legende noch nicht zu Ende gewesen. Ja, es geht noch weiter, denn Femijailuna war nicht grundlos auf der Welt. Genau genommen ist das keiner von uns.

II. Teil
Es wirken mit Ein Gott; Ein Fleckchen Erde; Ein Haufen Wölfe
Er selbst war sich jedenfalls sicher, den Wölfen den Frieden und die Freiheit zurück geben zu müssen, die man ihnen entrissen hatte. Und mit dieser Erkenntnis begann seine Reise, während der Mond über ihn wachte. Eine Reise, auf der Suche nach dem Horizont. Er suchte Frieden, doch er fand ihn nicht. Er suchte Freiheit, doch sie glitt ihm durch die Pfoten. Und so zog er durch Land um Land, fand Freund, fand Feind, traf Gefährten, die ihn bis ans Ende begleiteten. Ja, ihr habt richtig gehört. Die Reise hatte ein Ende.
Es war Anfang Winter. Ein Schneesturm peitschte über das Land und nahm einem die Sicht. Weiße Flocken wirbelten in Aufruhr durch die Luft, als hätten sie die sanfte Choreographie vergessen, nach der sie sich üblicherweise bewegten. Femijailuna saß hoch auf dem Gipfel eines Berges. Gewiss, er kannte diesen Ort. Und wie er dort oben saß sang er. Die Stimme rau, der Pelz ergraut. Er sang zu seinem Vater, gestand ihm sein Versagen und flehte, endlich zu ihm hinauf kommen zu dürfen.
Und dann, mit einem mal, zog der Sturm fort, da lichteten sich die dichten Wolken und der silberne Schein des Mondes durschchnitt die blasse Dunkelheit. Der Mond widersprach seinem Sohn. Aber Nein, hauchte er, Du hast nicht versagt. Wende deinen Kopf und du wirst verstehen.
Femijailuna tat, wie ihm geraten und blickte hinab auf das Land vor seinen Pfoten. Und dann wusste er, dass sein Weg noch lange nicht zu Ende war.


Gewartet, um uns unsere Aufgabe zu übermitteln.
Spürt ihr denn nicht auch das Pulsieren der Bäume, wenn der Wind durch ihr Blätterwerk haucht? Irgendwo muss es doch einen Anfang haben, einen Mutterbaum, gewaltiger und größer als alles, was ihr je gesehen habt. Merkt ihr denn nicht, mit welchem starken Willen die Berge euch vor jeden Unwetter schützen? Irgendwer muss ihnen doch diesen Willen eingehaucht haben, muss sie anführen. Ein Gebirge, das sich über hunderte von Tagesmärschen erstreckt, vielleicht? Und glaubt ihr nicht auch, dass es diesen einen Ort geben muss, an dem euch nichts und niemand etwas anhaben kann? Dieser Ort, an dessen Firmament die Gesichter unserer Ahnen funkeln?
Ich jedenfalls meine, mit jedem Atemzug zu spüren, dass es ihn gibt. Und genau darum dreht sich meine Geschichte. Meine, Givaans und die der Mondkinder.
Denn ich habe es vor meinen Augen gesehen. Ich sah Berge, die die Wolken berührten, blühende Wälder, saftige Wiesen und klare Gewässer. Ist das nicht ein Traum?


Wer jetzt schon an ein Ende glaubt, der hat nie gehofft, nie geträumt. Ich glaube an die Ewigkeit, ich glaube daran, dass wir es finden werden, das Land der Wölfe, die Freiheit, die Sicherheit, all das, was uns damals gehörte. Und ich verspreche, bei Thor, dass wir es schaffen werden, gemeinsam, als Rudel. Wir werden uns nicht abschrecken lassen von den ungeheuren Reißzähnen der Leisetreter, nicht von den mächtigen Pranken der Dickpelzer. Nein, nichts und niemand kann uns jetzt noch aufhalten. Das ist unsere Mission. Und wir werden sie meistern. Denn eines wissen wir, und daran glauben wir: Einst werden wir das Rudel sein, deren Pfoten über die Pfade des Landes trommeln.



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